Edinblog #2: Die Ankunft in einem Land vor unserer Zeit

Grün. Nebel. Nass. Was fehlt sind blaue Menschen. Also Menschen mit blauer Hautfarbe. Eigentlich ist dieses Pandora ja in etwa so wie ich es mir vorgestellt habe. Dass die hier eine eigene American-Football-Mannschaft haben, wusste ich allerdings nicht. Dazu aber später mehr. Also gehe ich mir mein Zimmer erkunden. Es ist luxuriös eingerichtet, wie ich es meiner Entourage aufgetragen habe. Gefällt. Also raus und die Gegend erkunden. Auch da bin ich erstmals zufrieden mit dem Gebotenen. Dieses Schottland [dt. Übersetzung, Anm. d. Red.], wie sie es hier nennen, mag doch zu überzeugen. Wunderschöne Stadtteile in Kombination mit einem Fluss bieten eine einmalige Kulisse.

(Bild: Christian Flückiger)
(Bild: Christian Flückiger)

 

Dann geht’s ab an die Schule. Der eigentliche Grund meines Aufenthaltes, zumindest bis zum Zeitpunkt als ich das Football-Team entdeckte, aber dazu später. Die Schule ist ähnlich aufgebaut wie wir es aus den Harry-Potter-Films kennen. Gerüchten zufolge wurden einige Sequenzen aus Hogwarts auch hier gedreht. Trotz dem rustikalen Charme konnte ich bereits kurz vor dem Betreten des Gebäudes das lebensrettende Wi-Fi-Signal auf meinem Mobiltelefon erkennen. Somit ist die Kommunikation mit der Aussenwelt also sichergestellt. Was wäre so ein Schottland-Aufenthalt nur ohne lustige Katzenvideos und Bilder von betrunkenen Russen. Kaum vorstellbar.

Ich setze meinen Erkundungsrundgang fort, vorbei an prähistorischen Skeletten von Flugsauriern und einigen in die Jahre gekommenen Glücksspielautomaten erreiche ich das weite Grün des Fussballfeldes. Aber Obacht – Da wird doch tatsächlich das Spiel mit dem eiförmigen Lederball gespielt. Dieses neumodige Quidditch „American-Football“. Ein Blick kann nicht schaden, also mache ich mich auf an den Spielfeldrand und feuere die engagierten Akteure an: „Let’s Go! Hit em harder, you little son of a bird!“ Natürlich wurden die an der Seitenlinie aufgestellten Coaches sofort auf mich und mein offensichtliches Fachwissen aufmerksam und luden mich zu einem Try-Out ein. Kommenden Sonntag.  Dieser kommende Sonntag sollte ein verdammt kalter Sonntag werden.

Vorher nochmals ein schönes, harmonisches Bild um gedanklich etwas Wärme zu tanken:

Fluss mit lustigen Häusern und noch lustigeren Booten (Bild: Christian Flückiger)
Fluss mit lustigen Häusern und noch lustigeren Booten (Bild: Christian Flückiger)

Da war er also. Dieser Sonntag. Bei gefühlten -25 Grad Celsius betrat ich, gekleidet wie ein halb angezogener Eishockey-Spieler, den heiligen Rasen. Schnell stellte sich heraus, dass die Edinburgh Napier Knights in mir ein absolutes Ausnahme-Talent entdeckt haben. Vielleicht hatte auch nur ich diesen Eindruck, aber das muss vorerst genügen. Habe ich schon erwähnt dass es kalt war? Eiskalt!

Jetzt bin ich also offizielles Teammitglied der Knights. Ein echter Ritter. Ich mache jetzt Rittersport – quasi. (Schlechter Gag, sponsored by J. Geiser Financial Solutions)

Sonst gibt es noch nicht so viel Neues zu berichten. Ich muss mich erst einmal einleben und mit den Gepflogenheiten in diesem exotischen Land zurechtkommen. Anscheinend ist es hier üblich, sich in dieser englischen Fremdsprache zu unterhalten. Da muss ich nochmals nachhaken, ob das auch wirklich nötig ist. Vorerst akzeptiere ich diesen Entscheid aber und lass das Ganze mal auf mich wirken.

 

Bis bald in EdinBURRgh! Stay tuned...

 

Euer Käpt'n Rauschebart

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