Edinblog #4: Überraschungsbesuch aus der Heimat

Strahlender Sonnenschein lässt Pandora in all seinem Glanz erstrahlen. Die Vögel zwitschern fröhlich im Dreivierteltakt und Pepe der portugiesische Strassenkehrer dreht seine Runden. Ein herrlicher Tag im Königreich des dudelnden Sackes. Die Stadt ist sauber, und so kann ich meinen Besuch am Flughafen in Empfang nehmen. Jannis aus der Schweiz hat sich angekündigt. Ein alter Bekannter, mit dem ich schon so manch drollige Reise unternommen habe. Nun also kommt er nach Schottland, um den rothaarigen Briten zu zeigen, wo der Bartli den Most holt. Zwei Tage voller Spass sollten es werden. Es kam alles anders…

Strahlender Sonnenschein lässt Pandora in all seinem Glanz erstrahlen. Die Vögel zwitschern fröhlich im Dreivierteltakt und Pepe der portugiesische Strassenkehrer dreht seine Runden. Ein herrlicher Tag im Königreich des dudelnden Sackes. Die Stadt ist sauber, und so kann ich meinen Besuch am Flughafen in Empfang nehmen. Jannis aus der Schweiz hat sich angekündigt. Ein alter Bekannter, mit dem ich schon so manch drollige Reise unternommen habe. Nun also kommt er nach Schottland, um den rothaarigen Briten zu zeigen, wo der Bartli den Most holt. Zwei Tage voller Spass sollten es werden. Es kam alles anders…

 

Edinburgh International Airport – 15:34 Uhr. Lokalzeit. Die Easyjet-Maschine hat gerade erst aufgesetzt, als der agile Alternativmusiker Regenscheit auch schon vor mir steht. Ein bisschen enttäuscht, ab der Tatsache, dass er alleine im Reich des Haggis auftaucht, machen wir uns dennoch auf den Weg in Richtung Busbahnhof. Nach dem ich meinem geschätzten Kollegen die kleinere Hälfte meines einladenden Bettes angeboten habe und er sich meine Luxus-Unterkunft genaustens beäugt hat, geht’s raus in die grosse Stadt. Hunger hat sich angemeldet. Ab in die nächste Burger-Bude. Er erzählt mir vom Flug und wie schön es doch sei, mich endlich wieder einmal zu sehen. So vergehen Stunden, die Sonne geht langsam unter und wir philosophieren weiter vor uns hin. Plötzlich betreten zwei breitgebaute Gestalten das Diner. Nur schemenhaft lässt sich am Umriss die beeindruckende Postur der beiden Neuankömmlinge erahnen. Ich schaue hoch und traue meinen Augen nicht. Da stehen doch tatsächlich mein Bruder Michael Augustus Justus III. und Marco «The Beast» vor mir im Restaurant. Mitten in Edinburgh. An einem Freitag-Abend. Waaaaahnsinn. Eine ausgiebige Begrüssungszeremonie und einen halben Burger später hat sich die Aufregung etwas gelegt. Noch immer völlig verwirrt von den sich überstürzenden Ereignissen, stopfe ich hastig ein paar Pommes in mich rein. Die Kartoffel-Streifen bleiben mir aber jäh im Rachen stecken, als ich in der Tür die Gesichter von Janic Kai und Fabian «Töff» erblicke. Da scheint mich wohl ein etwas wilderes Wochenende zu erwarten, als ich dies geplant habe. Zwei weitere Burger später verlassen wir zu sechst das Restaurant. Tatsächlich sind die Roadtripper nahezu in Vollbestand in den Strassen von Edinburgh unterwegs. Natürlich haben auch die örtlichen Behörden von den sechs schweren Jungs gehört, und die Sicherheitsmassnahmen in der Innenstadt entsprechend angepasst.

Da waren sie also, die 5 Spassvögel (Foto: Christian F.)
Da waren sie also, die 5 Spassvögel (Foto: Christian F.)

Nach einem kurzen Besuch in meinem bescheidenen Appartement machen wir uns gemeinsam auf den Weg in die Mietwohnung, welche ebenfalls keine Wünsche offen lässt. Ein paar IRN BRUs später sind fünf verdammt gutaussehende Jungs und Janic Kai auf dem Weg ins erste Pub. In einer kleinen Stadtführung durch meine Wenigkeit lernen die Schottland-Frischlinge von Kulturhistorischem über den Ursprung des Linksverkehrs bis hin zu den örtlichen Gepflogenheiten, über die Verrichtung des Klogangs im 17. Jahrhundert alles Wissenswerte rund um die schottische Hauptstadt. Schnell verlieren die Kulturbanausen das Interesse an meinen Ausführungen und wenden sich dem lokalen Gerstensaft zu. Was dann folgte, bleibt ein gutgehütetes Geheimnis. Fakt ist, noch in 100 Jahren werden die Einheimischen ihren Enkeln von «jenem Freitagabend» und den «six crazy lads from swaziland» erzählen.

Neuer Morgen, neue Sorgen. Während die einen bereits gutgelaunt die Lüftungs-Tipps des Hauseigentümer Verbands umsetzten, holen sich andere noch eine Extra-Portion Schlaf ab. Sicher ist sicher! Gestärkt mit 2 Liter IRN BRU machen sich die Roadtripper auf den Weg um die Stadt bei Tageslicht zu erkunden. Wunderbares Wetter, wie man es sonst in Grossbritannien nur vom Hörensagen her kennt, machte den Ausflug zu einem der wunderbarsten Städtetrips, den ich in einem nordischen Land je erlebt habe. Sick Dude! Nach dem wir vom höchsten Punkt aus via vier Kameras alle Winkel der Stadt besichtig hatten, machten wir uns auf in die Shopping-Strasse. Für mich ein alter Hut, entwickelten sich einige Mitreisende zu wahren Shopping-Freaks. So hatten die Tshirt-nach-Ansicht-wieder-schön-Zusammenleger in der Princes Street alle Hände voll zu tun, um hinter Jannis «Shopping-Tsunami» herzuräumen. 

Nachdem sämtliche Shopping-Gelüste befriedigt sind, begeben wir uns zurück ins Apartment. Noch kurz ein Abendessen im 13. besten Restaurant der Stadt (!) gebucht, und dann kurz entspannt. Essen war dann entsprechend gut, und der Abend wurde mit bester Unterhaltung ausklingen gelassen. Ausgeklongen? Ausgeklingt? Egal. Auch ich musste früh ins Bett, wollte ich doch mit meinen Freunden am nächsten Tag den Rückflug in die Schweiz antreten. 

Gut aussehen bei strahlender Sonne (Foto: Apple's iPhone 3GS)
Gut aussehen bei strahlender Sonne (Foto: Apple's iPhone 3GS)
Janic K. Geiser - Verkörpert die Motivation (Foto: Augustus Julian)
Janic K. Geiser - Verkörpert die Motivation (Foto: Augustus Julian)

Am Sonntag reisst uns ein mark- und beindurchdringender Schrei aus dem Schlaf. Fabian «Töff» hat mit Schrecken das Fehlen seiner männlichen Brustbehaarung festgestellt. Ein perfider Streich aus dem Hause Regenscheit/Flückiger. Zeit zu trauern bleibt aber keine, der kongolesische Taxifahrer wartet bereits mit seinem frisierten Ford Galaxy auf uns. Trotz der augenfällig ausländischen Herkunft, musste Janic Kai feststellen, dass auch dieser junge Mann auf der falschen Seite im Auto sitzt. Wie fahrlässig ist es bitte, auf der falschen Seite der Strasse zu fahren? Einfach nur krank!

 

Trotz einigen brenzligen Situationen in denen man nur knapp einem «Frontalen» entgangen ist, sind alle heil am Flughafen Charles de Gaules angekommen. Also rein ins Flugzeug. Zur Freude aller waren unsere Freunde von den Highland-Games auch wieder an Board. Wie sich herausgestellt hat, pflegt mein Bruder eine innige Liebe zur schottischen Folklore und Dudelsäcken. Folgerichtig hat er sich mit dem kompletten Sammelalbum der «Red Hot Chili Pipers» eingedeckt. Für Stimmung an Board ist also gesorgt.

 

In der Schweiz angekommen standen auch bereits die Medien Schlange, um mit mir über meinen Triumpf in der schottischen Football-Liga zu sprechen. Tausende von Fans haben sich vor dem Flughafen in Basel eingefunden. Gefühlte vier Stunden später und mit einem lahmen Arm vom vielen Autogramme schreiben sinke ich in den Honda Accord GTS-RS V-Tec Twin-Turbo und fahre meiner Heimat entgegen. Läbä und Sterbä im Thuogauo!

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